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Rekonstruierte Bekleidung
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Als wir im Jahre 1997 angefangen haben dieses Hobby zu betreiben,
gab es nur recht wenige Menschen die, sich auf eine bestimmte Region
und ein festgelegtes Zeitfenster eingegrenzt haben. Man machte eben
"Wikinger".
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Mittlerweile gibt es sehr viele Darsteller, die von sich behaupten,
dass
sie Haithabu darstellen. Allerdings setzt eine solche Behauptung
sehr viel "Recherchearbeit" vorraus. Die so oft gesehenen
"Wikingerschürzen" (ugs. Läppchen vorne, Läppchen hinten)
gab es nicht, denn das Trägerkleid war seitlich oben geschlossen. Ob nun
Keile eingesetzt oder seitlich geschlitzt, ist leider aus den
Funden nicht zu erkennen.
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Die so beliebten Borten im "4 vor - 4 zurück Muster" und das
immer wieder gern genommene "Horn des Widders" gab es nicht.
Wenn überhaupt Borte an der Bekleidung getragen wurde, dann waren
es Borten in Broschier- Köper- oder Stippentechnik.
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Im Hafen von Haithabu wurden Beinlinge gefunden, vergl. hierzu
Ausgrabungen in Haithabu, Bericht 20, Die Textilfunde aus dem
Hafen von Haithabu, ISBN:3 529 1920 8
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Die Rekonstruktion erfolgte Anhand des Fundes, der von Inga
Hägg publiziert wurde
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Die oben abgebildeten Beinlinge sind aus
Wollstoff in Gleichgratköperbindung. Das Mittelblau
des Stoffes ist durch die Färbung mit Färberwaid
erreicht worden.
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Das Detailbild auf
der rechten Seite zeigt die
Naht auf der hinteren Seite.
Diese wurde mit einer Kappnaht
genäht.
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Die Befestigung der Beinlinge
erfolgt mittels Lederbändern
am Leibgurt (siehe oben rechts).
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Als Unterbekleidung wurde
eine, bis zu den Knien reichende,
"leinerne Unterhose"
gewählt, wofür es aber keinerlei
archäologischen Belege gibt.
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Ein weiterer Fund ist eine Tunika mit sechs angesetzten
Trapezen, vergl. hierzu auch: Ausgrabungen in Haithabu, Bericht
20, Die Textilfunde aus dem Hafen von Haithabu, ISBN:3 529 1920
8
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Die auf der linken Seite abgebildete
Tunika oder auch Kittel genannt, hat auf
der Höhe des Bauchnabels sechs angesetzte Trapeze.
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Diese garantieren eine ausreichende
Schrittweite, da die Tunika an sich sehr
eng am Körper anliegt.
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Die Unterarme weiten sich erst im
Bereich des Ellenbogens und am Oberkörper
ist die Tunika recht eng geschnitten.
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Alle Nähte wurden in der selben Stichtechnik
durchgeführt wie das original Fragment
aus dem Hafen von Haithabu.
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Bei dem Stoff handelt es sich um einen
feinen Wollstoff in Gleichgratköperbindung.
Das leuchtende Gelb erreicht man durch Färbung
mit "Ackerschachtelhalm"
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Bei der Borte auf der Abbildung oben, handelt
es sich um eine goldbroschierte Seidenborte. Das Original
dieser Borte wurde allerdings nicht in Haithabu gefunden
sondern stammt aus dem Gräberfeld von Birka (Birka 2).
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Aus dem Hafen von Haithabu stammt ebenfalls folgendes Kleidungsstück.
Es handelt sich hier um einen Trägerrock, vergl. hierzu auch:
Ausgrabungen in Haithabu, Bericht 20, Die Textilfunde aus dem
Hafen von Haithabu, ISBN:3 529 1920 8
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Auf dem Foto links ist der von Inga
Hägg publizierte Trägerrock als Rekonstruktion
zu sehen.
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Das aus dem Hafen geborgene Fragment bestand
aus einem Woll- Ripsgewebe mit aufgenähter
Zierflechte (s.u.).
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Der Rock ist an den Seiten geschlossen.
Es ist aber nicht belegt, ob er seitlich geschlitzt
oder mit Keilen versehen war.
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Auch über die Länge können keine genauen
Aussagen anhand des Fundes gemacht werden.
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Fest steht aber, dass das Kleidungsstück
eng anliegend getragen wurde, da sich
unter der Zierflechte ein "Abnäher"
befindet.
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Die Träger (s.u.) sind als Schlaufen
gearbeitet die durch Ovalfibeln verschlossen
werden.
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Anhand von Abnutzungsspuren kann davon ausgegangen
werden, dass der Trägerrock mit einem Gürtel getragen
wurde.
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Auf dem linken Foto ist die von Inga
Hägg beschriebene Zierflechte abgebildet.
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Das Flechtband besteht aus sechs geflochtenen
Wollfäden. Archäologische Untersuchungen
ergaben jeweils drei rote und drei gelbe
Fäden.
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Auf der Abbildung links sind die
Schlaufen zu erkennen.
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Die untere Schlaufe ist sehr kurz
ausgebildet, während die hintere vom Rückenteil
über die Schultern nach vorne reicht. Siehe
hierzu auch das Archäologisches Korrespondenzblatt
von 19.1989 Tafel 57. Die beiden losen Enden
werden mit einer Fibel verschlossen.
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Weitere Rekonstruktionen von Bekleidungsstücken nach Funden
aus dem Hafen bzw. der Siedlung sind z.Zt. geplant.
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