Das Haithabuhaus

In seiner Bebauung unterschied sich Haithabu noch stark von einer Stadt des hohen Mittelalters; denn die Häuser dieser Frühstadt waren ausschließlich aus Holz erbaut, dem Baumaterial der frühen Siedlungen des Nordens. Auf verhältnismäßig kleinen und schmalen, durch Zäune von einander abgrenzenden Grundstücken lagen die Häuser, meistens mit der Giebelseite zum Weg. Vom Weg trennte die Häuser meistens ein kleiner Vorplatz. Auf dem rückwärtigen Grundstück befanden sich öfters kleine schuppen oder Ställe, mit durchschnittlich 8 qm umbauter Fläche die höchstens für Kleinviehhaltung geeignet war. Fast immer lag hier ein Brunnen.
Das "typische Haithabu-Haus" hat es nicht gegeben. Man baute nach persönlichen Wünschen, Bedürfnissen und natürlich finanziellen Möglichkeiten, allerdings mit erprobten, bewährten Bautechniken und Bauweisen. Es gab Häuser mit einem, zwei oder drei Räumen. Überwiegend waren aber die Einraumhäuser vertreten. Diese hatten nur ca. 12 qm umbauter Fläche und standen im höher gelegenen westlichen Teil der Siedlung. Größere Häuser standen in den tiefer gelegenen Teilen der Siedlung.
Modell der Giebelseite, des rekonstruierten Flechtwandhauses
Neben Wohn- Stall-Häusern mit nur zwei Räumen, den meisten Häusern in Haithabu, gab es auch das verhältnismäßig komfortable Wohn-Stall-Gewerbe-Haus, mit drei Räumen. Entsprechend schwankten die Hausgrößen zwischen 3,5 x 17 m bis 7 x 17,5 m.

Modell der Traufseite, des rekonstruierten Flechtwandhauses

Alle rekonstruierbaren Häuser gehören zum Typ des Hallenhauses. Das Bauholz wählte man in genauer Kenntnis ihrer Materialeigenschaften im Hinblick auf auf ihre künftige Verwendung und Beanspruchung aus. Wo es auf Festigkeit und Beanspruchung ankam, nahm man ausschließlich Hartholz. Eiche war das bevorzugte Material.

Zeichnung Rekonstruktion des drei Raum-Haus

(1)Kornmühle, (2)Backofen, (3)Holzeimer, (4)Hängebord, (5)Tranlampen, (6)Schlafstatt,(7)Feuerstelle, (8)Vorratsgefäss, (9)Holztruhe, (10)Werkplatz, (11)Webstuhl

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