Handel in Haithabu

Haithabu soll eine Stadt gewesen sein, in der Händler aus aller Welt zusammenkamen, schreibt im 9. Jahrhundert als zeitgenössischer Kenner der Erzbischof Rimbert von Hamburg/Bremen. Der geregelte Austausch von Gütern, der Handel, ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Wikingerzeit gewesen. Eine gesteigerte Nachfrage der anspruchsvollen Oberschicht nach Qualitäts- und Luxusgütern aus entfernten Gebieten und das zunehmende Bedürfnis der breiteren Bevölkerung, sich auch mit Gütern zu versorgen, die örtlich oder regional nicht erzeugt werden konnten, förderten die Bildung von Handelszentren in denen solche Güter angeboten wurden.
Haithabu war ein wichtiger Warenumschlagsplatz für: Walrosselfenbein aus dem Nordmeer, Speck- und Wetzstein aus Norwegen, Eisenbarren aus Schweden, Glas und Keramik vom Rhein, Mühlsteine aus der Eifel, Tannenholzfässer vom Oberrhein, Bergkristall- und Karneolperlen vom Schwarzen Meer, Quecksilber aus Spanien, Holzteer aus dem waldreichen Ostseeraum, Schmuck aus Irland, Gotland, den baltischen Ländern, oder Bleisiegel aus Byzanz.
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Die Händler befuhren nicht nur den Nordatlantik und die Seewege in unmittelbarer Küstennähe von Nord- und Ostsee sondern auch die europäischen Flüsse zwischen Westeuropa und Russland. Die verschiedensten Schiffstypen standen ihnen hierbei zur Verfügung. Aber auch der Landweg wurde sehr häufig genutzt. Man hat aus den verschiedenen in Haithabu gefundenen Wagenüberresten die ursprüngliche Nutzlast unterschiedlicher Wagentypen ermittelt, die von 200-1100 kg reichte. Namentlich bekannte Besucher Haithabus wie der Bauernkaufmann und Fellhändler Ottar aus Nordnorwegen (Halogaland), der arabische Kaufmann und Diplomat Ibrahim ibn Ahmed At- Tartuschi aus Tortosa (Spanien) und ein Mann mit dem altenglischen Namen Wulfstan lassen auf die Größe des Einzugsgebietes schließen, aus dem die Händler nach Haithabu kamen.

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