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Die Ernährung in Haithabu |
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| Eine der wichtigsten Lebensregeln im Mittelalter lautete: "Viel essen hält gesund". Diese Regel steht im Gegensatz zu den geltenden Ernährungsempfehlungen unserer Überflussgesellschaft. Diese mittelalterliche Regel besitzt ihre Gültigkeit überall da, wo der Hunger eine ständige Bedrohung darstellt und es nicht auf die Qualität der Nahrung sondern auf die ausreichende Menge ankommt. Dies galt auch für Haithabu, wo selbst der Reiche nicht sicher wusste, ob er am nächsten Tag satt werden würde. | ||||
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| Man hat im Fundgut von Haithabu 26 verschiedene Fischarten nachgewiesen die auch heute noch als Speisefische gelten. Das Fundgut beträgt rund 15400 Fischknochen woraus man die Mengenanteile bestimmt. 38,6% entfielen auf den Hering, 24,9% entfielen auf den Flussbarsch, 11,1% auf den Hecht, 10,5% auf Karpfenfische, 7,4% auf Plattfische und der Rest auf sonstige Arten. Die großen Dorschfische müssen in der Ostsee gefangen worden sein und kamen als Stock- oder Klippfisch als Reiseproviant und Handelsware nach Haithabu. | ||||
| Das nächste Kapitel ist die Fleischnahrung in Haithabu. Die Stadtbevölkerung versorgte sich ausschließlich durch die Schlachtung von Haustieren. Es sind fast 250000 Knochen von Haustieren gefunden worden, worauf sich schließen lässt, das die Jagd keine Bedeutung mehr besaß, sondern nur als Vorrecht der gesellschaftlichen Führungsschicht betrieben wurde. | ||||
| Den zahlenmäßig größten Anteil an den geschlachteten Tieren haben die Schweine, mehr als die Hälfte schlachtete man im zweiten Lebensjahr was belegt das man diese Tiere ausschließlich zur Fleischversorgung benutzte. Die Erkenntnis das die geschlachteten Rinder alt waren lässt auf eine Nutzung als Arbeitstiere schließen. Milch war ein kostbares Nahrungsmittel (siehe Bild oben). Sehr gering war auch der Verbrauch an Schaffleisch, auf 100 kg Rind- und Schweinefleisch kamen statistisch gerechnet 5,5 kg Schaffleisch. Schafe wurden als Wolllieferanten betrachtet und erreichten dadurch ein hohes Alter. Der Anteil des Ziegenfleisch ist noch geringer. Auf sieben geschlachtete Schafe kam nur eine Ziege. Die Ziege ließ sich gut in kleinen Ställen auf den Hausgrundstücken der Häuser halten. Die Ziege war mit Sicherheit "die Kuh der kleinen Leute" und somit der wichtigste Milchproduzent im Haushalt. |
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| Welche Speisen wurden zubereitet und wann gab es am Tag eine warme Mahlzeit? Das Fundgut gibt darüber sehr wenig Auskunft. Im allgemeinen nimmt man an, dass wie überall im frühen Mittelalter Getreidebreie und Musspeisen auch in Haithabu die tägliche Grundnahrung gewesen sein dürfte, ergänzt durch Nüsse, Gemüse und Obst. Brot war kein alltägliches Nahrungsmittel da Getreide sehr teuer war (siehe auch Preisliste). Bei der Ober- und Unterschicht müssen in Haithabu die Ernährungsgewohnheiten ziemlich weit auseinandergeklafft haben. Fleisch war für die Oberschicht keine Seltenheit, für die Unterschicht wohl nur zu besonderen Gelegenheiten. | ||||
| Im Gegensatz dazu haben Ober- und Unterschicht gleichviel Bier getrunken. Met und Wein waren die Getränke der Oberschicht und für die Unterschicht nur zu besonderen Anlässen. Der einfache Bürger musste sich mit Wasser begnügen. Und nur die wohlhabende Oberschicht konnte sich das einzige Süßmittel dieser Zeit, den Honig leisten. Die einfachen Leute in Haithabu lebten in einem ziemlich "sauren Zeitalter". | ||||
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